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Mit dem Van durch den Frühling Kroatiens

Mit unserem VW Büssli Jjma (ausgesprochen: Tschima, zusammengesetzt aus unseren Vornahmen Jesco “Tschesco“, Juna, Marko und Anna), geht es für uns drei Wochen nach Kroatien. Unser Weg führt von Zadar über Šibenik und Orebić nach Dubrovnik, die Rückreise in die nördlicheren Gefilde dann über Supetar (Insel Brač) und Poreč. Randvoll bepackt mit dem Nötigsten, unseren Bikes, unserem SUP und viel Abenteuerlust.

Vorbereitung

Unsere Jjma haben wir erst seit August 2023, sie ist ein VW California T6.1 Beach und fuhr uns bis jetzt jeweils nur für 1-3 Nächte am Stück ins Abenteuer. Dies ist unsere erste längere Reise, wir wissen also noch nicht genau, worauf wir uns da einlassen. Wir haben uns vorher über die Webseite von AdriaCamps informiert, welche Camping Plätze im Frühjahr bereits offen sind und uns einen ungefähren Plan zurechtgelegt, denn die Hauptsaison in Kroatien beginnt für Vieles erst Anfang / Mitte Mai.

Ein Abenteuer (gewollt wie ungewollt) jagt das nächste -Zadar, Šibenik und Krka-Wasserfälle

Wir verbringen die ersten 3 Nächte auf dem Falkensteiner Premium Camping in Zadar. Der Name „Premium Camping“ hält, was er verspricht. Das ideale Camp für eine Familie! Es gibt mehrere Spielplätze für Klein und Gross, Wasserrutschen, Pool, einen direkten Zugang zum Meer, ein Kinderbad mit Duschen, WC, Wickeltisch und Badewanne und zu dieser Jahreszeit jede Menge Platz. Wir nutzten die Bikes, um in die fünf Kilometer entfernte Altstadt zu kommen. Der Weg ist teils mit Fahrradwegen ausgestattet oder führt über eine breite Einwegstrasse und Fussgängerzonen, machbar mit Kindern. Geplant wäre ein Tagesausflug mit einem Boot zum Inselnationalpark Kornati gewesen, zu dieser Jahreszeit findet man aber leider zu wenig Angebote für Spontane, wie wir es sind. Eine bessere Planung wäre hier nötig gewesen.

Die Reise geht weiter nach Šibenik

Dank Tipps haben wir nun auch die Acsi-Card, mit dieser bekommt man in der Nebensaison auf vielen Campingplätzen (in den aller meisten Ländern Europas) Rabatte und in der dazugehörigen APP kann man bequem auf der Karte nach Möglichkeiten suchen. In der Touristen-Information von Šibenik finden wir eine Bike-Routen-Karte. Die Touren sind auch online zu finden. Also nichts wie los ins Abenteuer „Biken“: Mit der Fähre der Jadrolinija fahren wir auf die autofreie Insel Zlarin und biken auf der Tour 004. Es ist alles gut ausgeschildert und das angegebene Niveau entspricht dem, was wir vorfinden. Wir entdecken die Insel und haben eine wunderschöne Aussicht, können sogar unseren Campingplatz Amadria Park Camping erspähen. Auf der Rückfahrt mit den Bikes zum Campingplatz probieren wir uns noch an der Route 001. Diese wäre wunderschön und hätten wir uns vorgängig besser informiert (was über die Website möglich wäre), hätte es auch nicht in einem nächtlichen, für uns etwas zu abenteuerlichen, Bike-Schieb-Trag-Fahr-Erlebnis, welches bis um 22.00 Uhr dauert, geendet. Wir sind dankbar, haben die beiden Kids bis zum Schluss durchgehalten.

Das humorvolle Resümee für diesen Tag: Familie Di Maggio will Abenteuerferien – kann es aber einfach nicht, oder wie unser Sohnemann meint: „Heute war gar kein guter Tag!“.

Da sich das Wetter noch nicht entschlossen hat, wieder besser zu werden, reisen wir 20 Minuten weiter und Campen eine Nacht bei Marina. Wir besuchen mit dem Boot von Skradin aus die Krka Wasserfälle. Leider geht auch hier unsere Planung nicht ganz auf. Als wir bei der Bootshaltestelle für die Visovac Insel ankommen, macht der Bootsmann für den heutigen Tag gleich Feierabend. Also spazieren wir durch die wunderschöne Natur der Skradinski buk (untere Krka Fälle) und zählen Feigenbäume, bevor wir den Tag bei Sonnenschein auf dem Campingplatz ausklingen lassen.

Die Seele in Orebić baumeln lassen und die Augen mit der Altstadt von Dubrovnik erleuchten

Über die APP von Acsi suchen wir uns einen neuen Platz um die nächsten Tage mit schönerem Wetter zu geniessen, bevor wir zum südlichsten Punkt unserer Reise nach Dubrovnik reisen. Ohne den Reiseführer, welchen wir zuhause liegengelassen haben, ist dies gar nicht so einfach. Wo wird es uns gefallen, was möchten wir gerne noch sehen? Wir entscheiden nach Bauchgefühl und fahren am nächsten Tag bei Sturm und Regen über die neue Brücke auf die Halbinsel Pelješac bis nach Orebić auf den Camp Lavanda. Das Camp liegt etwas ausserhalb der Ortschaft, nur 400 Meter von Einkaufsmöglichkeiten entfernt, hat einen wunderschönen Kiesstrand mit Liegestühlen und Sonnenschirmen und ein sehr gutes Restaurant.

Orebić

Hier in Orebić scheint die Hauptsaison noch nicht eröffnet zu sein, hier können wir in der Ruhe entschleunigen, hier kommen wir an, auch das Wetter schlägt um: es wird warm, sonnig – richtiges Badewetter! Die Strände an der Küste von Orebić sind sandig, feinkiesig gespickt mit grösseren Steinen, in Kroatien eher eine Seltenheit. Das Wasser scheint zwischen dem Ort Orebić und der nahegelegenen Insel Korčula nicht sonderlich tief zu werden und scheint meistens ruhig zu sein, ideal für unser SUP. Wir geniessen die Zeit am Wasser, machen kleinere und auch grössere Bike und SUP Touren, backen Kuchen im Omnia und lesen viel. Gleich gegenüber vom Eingang des Camps führt eine Strasse hoch zum Orebić Viewpoint, von wo aus man weit hinausblicken kann. Wir Erwachsenen fahren einzeln mit dem Bike hoch, während die Kinder mit dem jeweils anderen eine SUP Rundfahrt mit Eis im Örtchen Orebić geniessen. Der Weg hoch zum Viewpoint wäre auch mit Kindern (biken oder wandern) möglich, hoch kommt man in ca. einer Stunde, der Weg bietet aber wenig Schutz von der Sonne. Auch die Insel Mljet wäre von hier aus gut zu erreichen, wir entscheiden uns aber gegen einen Ausflug und bleiben fünf Nächte hauptsächlich auf dem Camping Platz, bis sich das Wetter wieder zum Schlechteren dreht.

Altstadt Dubrovnik

Am Morgen vom 1. Mai packen wir früh alle Sachen und fahren bis zum Camping Solitudo Sunny Camping. Es ist der einzige Campingplatz so nahe an der Altstadt. Er ist teuer und leider bekommt man für das viele Geld nicht genügend, um länger zu bleiben. Unser Ziel ist, die Altstadt Dubrovnik zu erkunden, was wir noch am gleichen Tag machen möchten, so sind wir froh, nur 1 Nacht buchen zu müssen. Toll ist, dass wir vom Camping aus zu Fuss in fünf Minuten bei einem Bus sind, welcher uns im 15-Minuten-Takt bis vor die Tore der Altstadt bringt. Was wir nicht bedacht haben, ist, dass auch hier der 1. Mai ein wichtiger Feiertag ist. So haben wir Mühe, etwas Kleineres fürs Mittagessen zu bekommen. Die Altstadt von Dubrovnik hält, was sie verspricht, eine Augenweide mit unzähligen Winkeln, Gässchen und Orten zum Entdecken. Leider ist der Tagestourismus durch Kreuzfahrtschiffe erdrückend, die Gassen, Restaurants und Eisdielen gerangelt voll. Wir leisten uns deshalb für 70 Euro Tickets für den Rundgang auf der Mauer, von wo aus man die ganze Stadt aus allen Richtungen bestaunen kann. Im Ticket ist auch der Eintritt für die Festung Lovrijenac enthalten. Nach einem gemütlichen Abendessen in der Pizzeria Oliva in der Altstadt flüchten wir vom Gewitter mit dem Bus in unsere Jjma. Das Befestigen der Mütze für das Dachzelt bei Wind und Regen stellt sich als ungemütlich und nass heraus.

Brač und Poreč -nach dem Kampf gegen die Gezeiten nochmals bei der Familie Energie tanken, bevor uns der Alltag wieder in die Arme nimmt

Nach etlichen Versuchen, einen offenen und passenden Camping Platz auf der Insel Hvar zu finden, kommen wir zurück zum Boutique Camping Bunja in Supetar auf der Insel Brač. Dieser hat uns schon in der Vorbereitungszeit angesprochen und auch hier lässt sich über die Acsi-Card von Reduktionen profitieren. Über die APP von Jadrolinija buchen wir bereits am Abend unsere Tickets für die Fährenüberfahrt von Makarska nach Sumartin. Die App enthält vielerlei Informationen bezüglich Ab- und Ankunftszeiten sowie Orten und man kann teilweise für die bevorzugte Fähre auch einen Platz mit der Ticketbuchung sichern. Die Fahrt entlang der Küste von Dubrovnik bis nach Makarska ist wunderschön und beindruckend. Auf der Fahrt mit der Fähre kann man, wenn man zurückblickt, die massive Bergkette erblicken, die sich förmlich direkt aus dem Meer erhebt. Dabei sieht man nur einen winzigen Teil der Dinarischen Bergkette, die sich von Italien bis nach Albanien erstreckt.

Text & Bilder:
Anna & Marko Di Maggio
oiggamidanna/ Marko Stibiz

Bevor wir auf dem Camping einchecken, kaufen wir direkt in Supetar ein. Hier gibt es einige grössere Einkaufsmöglichkeiten, welche vom Camping auch bequem mit den Bikes zu erreichen sind. Unser Stellplatz wird nur durch einige Pinienbäume und zwei Steinmauern vom Meer getrennt. Der Campingplatz ist überschaubar und hat in der Hauptsaison wohl ohne Vorreservation kaum ein Platz für Spontanbesuchende. Mit den Bikes kommt man über die Hauptstrasse und einem Weg dem Meer entlang in etwa 15 Minuten in die Ortschaft, zu Fuss dauert es doppelt so lange, wobei der Weg über einen spannenden Trampelpfad direkt dem Meer entlangführt. Der Spaziergang ist für Klein und Gross eine Entdeckungsreise.  Bis auf einen Tag verweilen wir mehrheitlich auf dem Campingplatz und machen nur kürzere Ausflüge mit den Bikes oder dem SUP. Die Kinder spielen auf dem Spielplatz oder im Pool, während dem wir lesen oder in der Hängematte die Füsse baumeln lassen.

Mit dem Busangebot von Arriva kann man sich einfach und bequem auf der Insel Brač bewegen. Wir fahren mit dem Bus in einer Stunde von Supetar nach Bol, wo wir den berühmten Strand „Zlatni rat – the golden Horn“ besuchen. Leider ist auch hier noch nicht alles in Betrieb und wir gehen den 30-minütigen Weg vom Dorf Bol bis zum Strand zu Fuss. Am Strand lässt es sich gut verweilen, baden, spielen und die Kite- und Windsurfer beobachten. Vor Ort gibt es verschiedene Möglichkeiten, Kurse zu besuchen oder Material zu mieten, auch zu dieser Jahreszeit. Die natürliche Spitze des Strandes lassen zwei gegensätzliche Seiten entstehen. Auf der einen Seite jagt eine hohe Welle die nächste, auf der anderen ist das Wasser still und in einer türkisenen Farbe, die an die Malediven erinnert. Bevor wir wieder mit dem Bus zurück nach Supetar fahren, gibt es ein leckeres Eis. Ab da entsteht bei uns das Gefühl, der Wind, das Meer und der Regen habe sich gegen uns verschworen.

In der Nacht stehen wir eine geschlagene Halbestunde draussen und halten unser Sonnendach, damit es durch den vielen Regen und den Wind nicht gänzlich in sich zusammenfällt. Während unserer Familien SUP Tour zum Städtchen Splitska dreht sich der Wind und die aufkommenden Wellen verunmöglichen ein zurückkommen auf dem Wasserweg, was uns unser SUP den letzten Kilometer der Hauptstrasse entlang tragen lässt. Es wird Zeit, unsere sieben Sachen wieder abzubauen, in unserer Jjma zu verstauen und als Abschluss unserer Reise die Grosseltern von Marko in Poreč zu besuchen. Die Fähre nach Split ist zu dieser Jahreszeit nicht überbucht und wir können uns kurz vor knapp auf den Weg zum Hafen machen. Auch heute ist das Wetter trüb und stürmisch, ganz passend, da sich unsere Reise dem Ende neigt und wir doch gerne noch länger im Abenteuer verweilt hätten. In Poreč fühlt es sich dann an, wie nach Hause zu kommen. Ein Stück Familie und Heimat für uns und beim genaueren nachdenken auch wertvoll als Ferienziel. Die Altstadt bietet viele Möglichkeiten für Sightseeing, Bummeln oder Essen. Die Strände sind vielseitig, gut erreichbar, das Meer schön und sauber und unzählige Freizeitangebote bieten Abwechslung. Nach 18 Nächten in unserer Jjma und zwei Übernachtungen im Haus der Grosseltern geht es dann auf der Autobahn von Poreč über Mailand und den Gotthard nach Hause. Für uns gehen dre Wochen voller Abenteuer, Natur und neuen Eindrücken zu Ende. Die Zeit war wunderschön, erholend, entschleunigend und lehrreich, gespickt mit Stress und Streit… wie das halt so ist, wenn man als Familie in den Urlaub fährt.

2 Comments

  • Severin Hoch
    Posted 25. Mai 2024

    Super Beitrag😍

  • Markus
    Posted 25. Mai 2024

    Ein wunderbarer Beitrag! Die Reise der Familie Di Maggio durch Kroatien ist inspirierend und authentisch geschildert. Die Mischung aus detaillierten Reisebeschreibungen, persönlichen Erlebnissen und praktischen Tipps macht den Bericht besonders lesenswert. Die Herausforderungen und Abenteuer, denen sie begegnen, zeigen die unvorhersehbaren Seiten des Campinglebens und lassen einen mitfühlen. Besonders schön fand ich die Beschreibungen der verschiedenen Orte und Aktivitäten, die Lust machen, selbst Kroatien zu erkunden. Vielen Dank für das Teilen dieser Erfahrungen!

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